Es gibt diesen bekannten Spruch, der heißt: „Wer sich selbst nicht liebt, wird auch von anderen nicht geliebt“. Auch wenn er auf den ersten Blick etwas trivial erscheinen mag, so ist seine Aussage zu hundert Prozent korrekt.

Selbstliebe macht dich nicht zum Egoisten

Sich selbst lieben und wertschätzen ist die Basis von fast allem im Leben. Selbstliebe ist das Fundament unseres Glücks, unseres Erfolgs und unserer inneren Zufriedenheit. Nicht verwechselt werden darf Selbstliebe mit Egoismus oder gar Narzissmus. Es geht nicht darum, sich selbst zum Mittelpunkt der Welt zu machen, sondern um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang mit sich. Wer sich selbst liebt, der kennt sich, akzeptiert sich und nimmt auch die Schwächen und Fehler an, die zu jedem Menschen dazugehören.

Beziehung, Job und Lebensfreude: Nichts geht ohne Selbstliebe

Ist die Selbstliebe oder das Selbstwertgefühl zu wenig ausgeprägt, führt das zu einer ganzen Reihe an Herausforderungen im Leben. Wir geben uns nicht die Wichtigkeit, die wir verdienen und fühlen uns dadurch klein und unsichtbar. Das führt zu einer immensen Unsicherheit, die einige Menschen mit Arroganz kaschieren, andere werden zum Mauerblümchen. Mangelnde Selbstliebe zeigt sich in fehlendem Vertrauen in sich und andere, in Orientierungslosigkeit oder Unzufriedenheit.

Auch Liebesbeziehungen sind oft eine permanente Baustelle, denn jemand, der sich selbst nicht liebt, kann nicht nachvollziehen, was andere in ihr oder ihm sehen. Solche Partner sind in der Regel übermäßig eifersüchtig und fühlen sich oft grundlos angegriffen. Auch die Fähigkeit, jemand anderen zu lieben, ist meist eingeschränkt, was Sinn macht. Wie kann ich einer anderen Person Liebe schenken, wenn in mir kaum Liebe vorhanden ist?

Doch Selbstliebe ist nicht nur für eine Partnerschaft auf Augenhöhe wichtig. Auch im Berufsleben zeigt es sich, wenn jemand immer an sich zweifelt. Die Ziele werden automatisch tiefer gesteckt, denn der fehlende Glaube an uns selbst hindert uns daran, Großes erreichen zu können und zu wollen. Wir geben uns mit wenig zufrieden und sind froh, überhaupt einen Job zu haben. Gerechtfertigte Forderungen bei der Arbeit zu stellen, werden zu einem inneren Kampf. Wir wissen zwar, dass wir beispielsweise eine Beförderung oder eine Lohnerhöhung verdient haben, doch wir trauen uns nicht, dafür einzustehen.

Erfahrungen aus der Kindheit prägen unsere Selbstliebe

Die Ursache geringer Selbstliebe ist der kaum vorhandene Selbstwert. Was wertlos ist, hat es nicht verdient, geliebt zu werden. Eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Selbstliebe spielt die Kindheit respektive das Verhalten der Eltern. Ein Mädchen, das von seinem Vater nur dann Aufmerksamkeit bekommt, wenn es in der Mathearbeit eine eins schreibt, lernt, dass es nicht gut genug ist, außer, es leistet außergewöhnliches. Diese Überzeugung zeigt sich später in mangelndem Selbstwertgefühl und prägt ihr gesamtes Leben.

Selbstliebe lernen – geht das überaus?

Die Antwort auf diese Frage lautet ganz klar JA. Was in unserer Kindheit passiert ist, lässt sich nicht ändern. Was wir aber beeinflussen können, ist unser jetziges Leben als Erwachsene. Wie schaffen wir es also, uns davon zu überzeugen, dass wir ein wundervoller Mensch sind, um unsere Selbstliebe zu stärken? Als Erstes müssen wir unsere Glaubenssätze hinterfragen. Auch die stammen zum Großteil aus der Kindheit. Überlege dir, welche Ansichten du von deinen Eltern übernommen hast und frage dich, ob du die tatsächlich teilst. Dann prüfe, was du über dich denkst und wie du mit dir umgehst. In was für einem Ton sprichst du mit dir? Ist er harsch und streng? Oder wohlwollend und liebevoll? Halte deine Erkenntnisse am besten schriftlich fest, damit du schwarz auf weiß siehst, wie hart du mit dir selbst ins Gericht gehst oder wie positiv du dir gegenüber eingestellt bist.

Viele gehen mit ihren Mitmenschen fürsorglicher um als mit sich selbst. Was total verrückt ist. Darum geht es im zweiten Schritt darum, Selbstfürsorge zu entwickeln. Das bedeutet, dass du dich ab sofort so behandelst, wie du einen geliebten Menschen behandeln würdest. Sei lieb mit dir, gönne dir etwas und vor allem: übe dich in Großzügigkeit. Verurteile dich nicht für Fehler, die du gemacht hast, sondern versuche, daraus etwas zu lernen, damit du es beim nächsten Mal besser machst. Verzeihe dir deine Macken und akzeptiere sie als den Teil von dir, der dich einzigartig macht.

Halte deine Bewunderung für dich selbst schriftlich fest

Eine sehr effektive Übung, um deine Selbstliebe zu steigern, ist das Schreiben eines Liebesbriefs an dich. Erwähne darin all die positiven Eigenschaften, die dir an dir gefallen. Mach dir Komplimente über dein Aussehen und über die Körperteile, die du besonders attraktiv findest. Gratuliere dir zu deinen besonderen Talenten und Fähigkeiten und zu allem, was du in deinem Leben bereits erreicht hast. Während dem Schreiben wirst du merken, wie sich deine Energie verändert und du innerlich ruhiger und weicher wirst. Denn in dem Moment, in dem du gut über dich denkst, fühlst du dich auch gut. Gehe ganz in diese Emotion des Wohlwollens dir selbst gegenüber und verinnerliche sie. Bewahre den Liebesbrief auf und lies ihn dir während dreier Wochen täglich laut vor. So wird er zu einer Art Mantra, dass dir hilft, deine Selbstwahrnehmung zu verbessern.

Wer sagt eigentlich, wie wir zu leben haben?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die gängigen Ideale und Normen kritisch zu hinterfragen, die uns die Gesellschaft täglich eintrichtert. Wer sagt, dass wir alle dünn sein müssen? Warum sind wir nur gut genug, wenn wir ein teures Auto fahren und in einem Vorstadthaus wohnen? Stimmt es tatsächlich, dass Heiraten und Kinderkriegen die einzige glücklich machende Lebensform ist? Hör auf, nach den Regeln der anderen zu leben und finde stattdessen heraus, was du willst. Um liebenswert und wertvoll zu sein, musst du nicht die Ideale deiner Eltern, deines Partners oder deines Vorgesetzten erfüllen. Du musst dich zur Priorität Nr. 1 in deinem Leben machen und das tun, was deinen Bedürfnissen entspricht und dich erfüllt.

innerer Leuchtturm

Hör auf deine innere Stimme, sie ist dein innerer Leuchtturm

Doch was machen, wenn man gar nicht weiß, was einem guttut oder was einen glücklich macht? Kein Grund zur Sorge. Mit ein bisschen Neugierde lässt sich das herausfinden. Wenn du dir unklar darüber bist, was du eigentlich in deinem Leben willst, dann stell dir ganz viele Fragen. Durch die Beantwortung löst du einen Prozess aus, der dich deine innere Stimme immer deutlicher hören lässt. Und diese Stimme, auch Intuition genannt, ist es, die dich zu deiner Quelle führt. Verbindest du dich mit ihr, wird dir klar werden, was deine Aufgabe hier in dieser Welt ist. Solche Fragen können beispielsweise lauten:

  • Was für Träume habe ich?
  • Wie stelle ich mir mein Wunschleben vor?
  • Was will ich unbedingt erlebt haben, bevor ich sterbe?
  • In welchen Situationen bin ich wirklich glücklich?
  • Welche Menschen bewundere ich und wofür?
  • Was kann ich wirklich gut?
  • Welche Hobbys oder Aktivitäten macht mir Spaß?

Es ist wie bei einem Puzzle. Mit jeder Antwort wird dein Bild klarer werden. Nimm dir genügend Zeit für diesen Prozess und lasse deine ganz persönliche Vorstellung von deinem Leben und von deinem Glück langsam reifen. Es erwartet dich eine spannende Reise zu dir selbst, und glaube mir, am Ende wirst du reichlich belohnt werden.

Wenn du dich so annimmst, wie du bist, wirst du eine innere Ruhe und Zufriedenheit spüren. Denn anstatt dich ständig zu kritisieren und zu bemängeln, wirst du Fehler dazu nutzen, als Mensch zu wachsen und dich weiterzuentwickeln. Du wirst keine wertvolle Zeit mehr damit verlieren, es anderen recht machen zu wollen, sondern wirst das tun, was für dich stimmig ist. Das bedeutet Freiheit, Selbstbestimmung, Lebensfreude und ganz viel Liebe dir und anderen gegenüber.


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