In meinem letzten Video hatte ich das Thema Glaubenssätze bereits angeschnitten. Und heute möchte ich dieses vertiefen. Denn wovon du in deinem Innersten überzeugt bist, das bewahrheitet sich in deinem Leben.

Glaubenssätze formen sich in der Kindheit

Als Kind wachsen wir auf und sind einer immensen Zahl äußerer Einflüsse ausgesetzt, die wir noch nicht verstehen, aber die alle einen Abdruck in uns hinterlassen. Später als Erwachsene besitzen wir eine ganze Kollektion von Anschauungen und Überzeugungen, die uns prägen und definieren. Es sind dies unsere Glaubenssätze, die wir während unserer Kindheit und unserer Jahre als Teenager verinnerlicht haben und die fortan unser Verhalten bestimmen. Glaubenssätze sind nicht per se etwas Schlechtes, sie haben durchaus ihre Berechtigung. Sie helfen uns dabei, Informationen rasch zu analysieren, einzuordnen und schnell darauf zu reagieren. So schenken sie unserem Leben Stabilität, Kontinuität und sichern unser Überleben. Der entscheidende Punkt ist, um was für eine Art von Glaubenssätzen es sich handelt.

Wie die Mutter, so die Tochter

Nehmen wir an, ein Mädchen wächst allein mit ihrer Mutter auf, da sich der Vater schon früh nach der Geburt aus dem Staub machte. Die Mutter kam nie darüber hinweg, sitzengelassen geworden zu sein und machte aus ihrem Groll und ihrer Enttäuschung nie einen Hehl. Das Mädchen hörte ausnahmslos negatives über ihren Vater, denn die Mutter teilte ihren Schmerz mit ihrer Tochter und wurde nie müde zu klagen, was für ein egoistischer und unzuverlässiger Mann dieser doch gewesen sei. Über Jahre war das Mädchen Äußerungen ausgesetzt wie „Dein Vater ist ein Schuft, uns verlassen zu haben“, „Männer sind alle gleich, wollen nur das eine und dann verschwinden sie“ oder „Traue nie einem Mann, er bereitet dir nur Kummer“. Was für ein Männerbild glaubst du, hat die Tochter, bis sie selbst anfängt, sich für Jungs zu interessieren? Und wie werden ihre eigenen Beziehungen als erwachsene Frau aussehen?

Was wir glauben, ist, was wir erleben

Mit größter Wahrscheinlichkeit wird die Tochter Männer anziehen, die kein Interesse an einer ernsthaften Partnerschaft haben und wird von diesen immer wieder verlassen werden. Warum das so sein wird? Weil sie fest davon überzeugt ist, dass das, was sie von ihrer Mutter über Männer gehört hatte, stimmt. All die negativen Bemerkungen, denen sie über so lange Zeit ausgesetzt war, haben sich in ihrem Unterbewusstsein in Form von Glaubenssätzen verankert. Und diese Glaubenssätze, die gar nicht ihre eigenen sind, bestimmen nun ihr Liebesleben. Das gezeichnet ist von Verlassen werden, Enttäuschungen und Selbstzweifeln. Darum ist es für unser eigenes Glück so essenziell, was wir glauben.

Alles ist Energie und zieht ihresgleichen an

Was sich erst einmal als Überzeugungen in unserem Unterbewusstsein eingenistet hat, wird zur treibenden Energie unseres Daseins. Denn was wir denken, sagen und tun, sendet Schwingungen aus, die ihresgleichen anziehen. Das führt dazu, dass wir genau das erleben, was wir bewusst oder unbewusst glauben. Und jetzt stecken wir in einem Teufelskreis. Denn je öfter wir etwas erfahren, desto sicherer sind wir, dass wir recht haben mit dem, was wir glauben. Und je fester wir etwas glauben, desto mehr zieht diese Überzeugung dieselbe Energie an und manifestiert sich. Das geht so weit, dass sich Glaubenssätze in Blockaden verwandeln, und Blockaden sind mentale Hindernisse, die uns davon abhalten, erfolgreich und glücklich zu sein. Im Beispiel des Mädchens könnte sich eine Blockade so äußern, dass sie die guten Männer, die ja durchaus existieren und in der Überzahl sind, gar nicht erkennt. Hat ein Mann ihr gegenüber ernste Absichten, lässt sie diese eventuell nicht zu. Oder provoziert unbewusst durch ihr eigenes Verhalten, dass der Mann irgendwann aufgibt und geht. Weil sie ihn beispielsweise betrügt, um ihm zuvorzukommen.

Wir sind keine Marionette unserer Vergangenheit

Und jetzt kommt die alles entscheidende Frage: sind wir unseren negativen Glaubenssätzen und Blockaden ein Leben lang ausgeliefert? Ist es quasi unser Schicksal, diese zu ertragen, und sollten wir uns einfach damit abfinden? Die klare Antwort darauf lautet NEIN! Es gibt nichts, dass wir nicht verändern können, sofern wir bereit sind, genau hinzuschauen, Verantwortung für unser Glück zu übernehmen und aktiv etwas dagegen zu tun. Es gibt verschiedene erfolgreiche Methoden aus der Psychologie, dem Mentalcoaching und der Spiritualität, die wir nutzen können, um uns von unseren hinderlichen Überzeugungen zu lösen und diese durch positive zu ersetzen.

Um zu verändern, musst du wissen, was falsch läuft

Als erstes musst du Detektiv spielen und deinen Glaubenssätzen auf die Spur kommen. Denn du kannst nur verändern, was du weißt und von den Tiefen deines Unterbewusstseins an die Oberfläche gezerrt hast. Wird dir also über deine Prägungen und Glaubenssätze klar, indem du dich in Situationen, die dich belasten, traurig stimmen oder die sich immer wieder wiederholen, genau beobachtest. Frage dich, was du über diese Situation wirklich denkst, was du in deinem Elternhaus darüber gehört hast und welche Ängste oder Unsicherheiten sie in dir auslösen. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht, sich aber lohnt. Lege dir am besten ein Tagebuch zu, indem du all deine Erkenntnisse festhältst. Durch das Schreiben kommen oft noch weitere Aspekte hinzu, denen du dir noch nicht bewusst warst.

Wie hättest du es denn gerne?

Wenn du die wichtigsten Glaubenssätze identifiziert hast, folgt der nächste Schritt. Wie soll es stattdessen sein? Wie möchtest du, dass dein Leben effektiv ist? Angenommen, eine der Einstellungen des Mädchens, das nun eine Frau ist, lautet „Jeder Mann betrügt mich irgendwann sowieso“. Offensichtlich ist bis zu dem Zeitpunkt genau das in jeder ihrer Beziehungen eingetroffen, und sie hat jedes Mal sehr darunter gelitten. Sie muss sich jetzt fragen, was für einen Typ Mann sie denn tatsächlich gerne kennenlernen würde, unabhängig von ihrem negativen Glaubenssatz. Und diesen Wunsch dann klar formulieren. Ihre positive Version könnte lauten „Ich führe eine Beziehung mit einem treuen Mann, der immer zu mir steht“.

Mache aus Negativem Positives

Gehe nun deine Liste durch und schreibe neben jede deiner limitierenden Überzeugungen hin, wie du es dir stattdessen wünschst. Achte auf eine durchwegs positive Formulierung, da auch Wörter Energie sind. Vermeide Verneinungen und Wörter wie „nicht“, „keine“ oder „nie“. Wenn du fertig bist, radiere den ursprünglichen Satz aus, sodass nur noch das Positive sichtbar ist. Darum ist es empfehlenswert, einen Bleistift für diese Übung zu verwenden. Nachdem du jetzt ein klares Bild hast, was in deinem Leben zukünftig passieren soll, musst du diese neuen Glaubenssätze vom Papier in dein Unterbewusstsein überführen. Denn solange dieses noch von den alten Ansichten überzeugt ist, werden sich diese auch weiterhin bewahrheiten. Um dein Unterbewusstsein umzuprogrammieren, brauchst du mindestens 21 Tage. So lange dauert es, bis es etwas Neues verankert hat. Eine hervorragende Technik dafür sind Affirmationen.

Glaubensaetze

Gib dir und deinem Unterbewusstsein drei Wochen Zeit

Affirmationen sind Sätze oder Aussagen, die du dir selbst immer wieder sagst, bis dein Unterbewusstsein sie glaubt. Manche nennen sie auch Mantra. Damit sie wirken, braucht es tägliche Repetitionen, denn was sich über Jahre in dir zementiert hat, wirst du nicht auf einmal los. Sage deine positiven Affirmationen während mindestens dreier Wochen mehrmals täglich laut auf oder schreiben sie dir auf einen Zettel, den du immer im Blickfeld hast. Du kannst die Sätze auch aufnehmen und sie dir über den Tag verteilt anhören. Entscheidend ist einerseits die Kontinuität und andererseits, dass du wirklich glaubst, was du affirmierst. Hegen sich irgendwo in dir Zweifel gegenüber den neuen, positiven Glaubenssätzen, wird dein Unterbewusstsein das sofort durchschauen und weiterhin an den Alten festhalten.

Du musst nicht alles allein schaffen

Merkst du nach einiger Zeit, dass sich die Umstände trotz allem nicht verbessern, kann es sein, dass du eine Blockade entwickelt hast. In dem Fall lohnt es sich, dass du dir professionelle Unterstützung holst, um die Ursache herauszufinden und anzugehen. Ich wünsche dir, dass du es schaffst, dich von deinen einschränkenden Glaubenssätzen zu befreien, um dein volles Potenzial entfalten zu können. Und wenn nicht, schau dich gerne auf meiner Webseite um. Gemeinsam kriegen wir das hin.


Und hier die Facebook-Kommentare

    1 Response to "Befreie dich von deinen hinderlichen Glaubenssätzen und führe das Leben, das du verdienst"

    • Kerstin Ziepri

      Sehr gut veranschaulicht, wie die Glaubenssätze entstehen, wozu sie führen können, und wie am sie selbst verändern kann. Vielen Dank.

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