Alle träumen wir davon, unsere Berufung zu finden. Die eine Sache, die uns wirklich ausfüllt, um nur noch das zu tun, was uns Spaß macht. Die Realität sieht leider anders aus. Viele Menschen sind mit ihrem Leben unzufrieden oder gar unglücklich und beschweren sich über ihren Job, ihre Beziehung, das Alleinsein oder mangelnden Erfolg. Nur eines tun diese Menschen nicht: sich bewegen und etwas an ihrer Situation ändern. Lieber verharren sie in ihrer unglücklichen Situation, weil sie (noch) nicht wissen, was sie überhaupt wollen und was sie glücklich machen würde. Doch genau das ist der größte Fehler! Wer sich nicht bewegt, bewegt auch nichts in seinem Umfeld.

Es ist völlig ok, nicht zu wissen, in welche Richtung man will oder welche Ziele man erreichen möchte. Nicht jeder findet seine Berufung auf Anhieb, für viele ist es ein langer Weg. Nicht ok ist es hingegen, die Verantwortung für sich und sein Leben abzugeben und in Passivität zu verharren. Nur wer aktiv wird und ins Tun kommt, hat überhaupt die Chance, denn Sinn des eigenen Daseins zu erkennen. Dabei hilft es zu wissen, dass das Universum keine falsche Richtung kennt. Es lenkt dich automatisch dahin, wo du hingehörst. Du musst dich nur den Möglichkeiten gegenüber öffnen und bereit sein, Neues auszuprobieren, auch wenn es nicht das Richtige für dich ist.

Doch warum plädiere ich überhaupt dafür, alles zu unternehmen, um seine Berufung herauszufinden? Weil die Berufung der Schlüssel zu wahrem Glück und echter Erfüllung ist. Berufung ist für mich nicht nur ein Job, der einem Freude macht. Ich verbinde damit unseren Daseinsgrund, die Lebensaufgabe, für die wir hier auf dieser Welt sind. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch einmalig ist und mit einer Mission geboren wird, die nur er oder sie erfüllen kann. Gehen wir dieser Aufgabe nicht nach, sind wir nie komplett mit dem Universum und uns selbst verbunden, so, als ob ein Teil von uns nie blühen würde. Wer seine Berufung hingegen findet und es dazu noch schafft, diese auch umzusetzen, ist seinem Glück, dass sowohl das Private wie auch das Berufliche miteinschließt, ganz nah.

Du bist nie zu alt, um du selbst zu sein

Berufung ist keine Altersfrage. Oft höre ich in Coachings die Ausrede, dass es dafür schon zu spät sei. Stimmt nicht. Man ist nie zu alt, um sein Leben zu ändern und um glücklich zu werden. Einige Jahrzehnte an Lebenserfahrung machen es meist einfacher, sich auf diese Reise zu begeben. Denn dank all den Erfahrungen weiß man, was man will und was nicht mehr.

Wenn du dich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machst, solltest du wissen, dass das nicht von heute auf morgen passieren wird. Es geht nicht darum, dass du eines Tages aufstehst und sagst: „meine Berufung ist es, mich mit der Natur verbunden zu fühlen“. Um dann dein Leben hinzuschmeißen und in den Amazonas zu ziehen. Deine Lebensaufgabe zu finden, ist kein festes Ziel, sondern ein Weg, auf dem jeder Schritt zu dir selbst und zu deinem Potenzial führt. Das Ziel kristallisiert sich oft erst auf dem Weg heraus. Etwas vom Wichtigsten dabei ist, auf deine innere Stimme zu hören. Wenn du dieser folgst, bewegst du dich in die richtige Richtung. Und wenn mal eine Gabelung auftaucht und du nicht weißt, ob du nach links oder rechts abbiegen sollst, dann nimm dir genügend Zeit und stelle dir verschiedene Fragen, um herauszufinden, welche Option für dich die Beste ist. Fragen sind immer ein gutes Werkzeug für die Gewinnung von Klarheit.

Hier zehn Fragen, die dir helfen werden, deine Berufung zu finden:

  1. Wie stelle ich mir mein Traumleben vor?
  2. Was kann ich besonders gut?
  3. Was macht mir Spaß?
  4. Womit möchte ich jeden Tag zu tun haben?
  5. Wann bin ich glücklich?
  6. Was will ich im Leben erreichen?
  7. Welche Menschen inspirieren mich?
  8. Was ist die eine Sache, die ich in meinem Leben ändern würde, wenn ich könnte?
  9. Welche Eigenschaften und Talente machen mich einmalig?
  10. Was soll auf meinem Grabstein stehen?

Wie bereits gesagt, ist das Finden seiner Berufung ein Prozess, der Zeit braucht. Dir die oben genannten Fragen zu beantworten, wird dir spannende Anhaltspunkte über dich und deine Lebensaufgabe geben. Doch es gibt noch weitere Methoden, die dich deinem wahren Ich Schritt für Schritt näherbringen. Achte stets darauf, dass du mit Freude und Neugierde an die Sache herangehst.

Wo stehst du gerade?

Ein guter Start ist eine Standortbestimmung. Reflektiere dein bisheriges Leben und schau, was du alles erreicht und erlebt hast. Deine Karriere (vom ersten Ferienjob bis heute), deine Hobbys und Aktivitäten, deine Beziehungen und Freundschaften. Und dann suche nach Verhaltensmustern, sich wiederholenden Situationen und nach Höhepunkten und Tiefschlägen. Diese geben Auskunft darüber, wer du wirklich bist.

Eine Reise in die Vergangenheit

Deine Kindheit ist eine riesige Quelle wertvoller Informationen über dich. Erinnere dich, was du damals gerne gespielt hast, was dich fasziniert und wovon du geträumt hast. Womit du als Kind gerne deine Zeit verbracht hast, kann mit deiner Berufung zusammenhängen oder die Grundlage für eine Tätigkeit sein, die dich erfüllt. In deiner Kindheit findest du wahrscheinlich auch die Erklärung für deine heutigen Verhaltensmuster und einschränkenden Glaubenssätze. Wurdest du als Kind nicht unterstützt und gefördert, und bekamst stattdessen immer Dinge zu hören wie: „das ist zu gefährlich, das kannst du sowieso nicht, lass das lieber sein“, ist es nicht verwunderlich, wenn es dir heute als Erwachsener schwerfällt, an dich zu glauben und deine Wünsche zu realisieren. Hast du solch limitierende Überzeugungen gefunden, kannst du diese auflösen. Wie du das genau machst, erfährst du in meinem Blogbeitrag „Hinderliche Glaubenssätze erkennen und auflösen“. ((bitte verlinken mit dem Blog, den ich geschrieben hat. Ist nicht online))

Erkenne deine Stärken und Talente

Jeder Mensch ist einmalig und hat Eigenschaften, die ihn auszeichnen. Ich zum Beispiel bin überdurchschnittlich empathisch, eine tolle Zuhörerin und angetrieben von dem Wunsch, anderen zu helfen. Wo liegen deine Stärken und Talente? Mache dir eine Liste und überlege, in welchen Aufgabenbereichen oder Situationen du deine Stärken einsetzen könntest.

Wofür brennst du innerlich?

Es gibt Dinge im Leben, die wir super gerne machen. Für die wir regelrecht brennen und die uns mit Leidenschaft erfüllen. Das kann ein Hobby sein, eine bestimmte Tätigkeit oder ein besonderer Ort. Versuche so viel wie möglich davon in deinen Alltag einzubauen. Denn diese Dinge machen dich glücklich. Doch was, wenn du keine Passion hast? Wenn du viel Verschiedenes zwar gerne machst, aber nichts löst in dir das Gefühl der totalen Erfüllung aus? Dann solltest du Neues ausprobieren. Wenn du nicht weißt, was du willst oder was dich wirklich interessiert, solltest du dich auf die Suche danach machen.

Neues auszuprobieren, fördert deine Kreativität und öffnet deinen Horizont. Du lernst dazu und entdeckst Seiten an dir, die du vielleicht gar nicht gekannt hattest. Das gibt dir Motivation und Selbstvertrauen. Nicht alles auf dieser Entdeckungsreise wird dir gefallen oder Spaß machen. Man muss viele Frösche küssen, bevor man sein Prinz findet. Doch auch wenn mal etwas dabei ist, das nicht das Richtige für dich war, hast du trotzdem gewonnen. Jetzt weißt du, was du nicht willst, und das gibt es dir mehr Klarheit darüber, was du willst.

Gib dir Zeit und Raum

Um herauszufinden, wer du bist und was du willst, brauchst du Ruhe, Zeit und Raum. Du musst dich so oft wie möglich mit dir verbinden und in dich hineinhören. Denn deine innere Stimme ist dein bester Kompass. Welche Art von Auszeiten du dir nimmst, hängt von deinen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. Ein Tapetenwechsel ist immer hilfreich, um dich aus den Strukturen des Alltags zu lösen und eine neue Sichtweise auf dein Leben zu bekommen. Aber auch regelmäßiges Meditieren und das Führen eines Tagebuchs fördern deine Introspektive und Selbstreflexion. Denk daran, dass wahre Veränderung von innen kommt und nicht von außen.

Sei mutig und lass dich von deinem Herz leiten

Deine Berufung zu finden, hat immer auch mit Veränderung zu tun. Herauszufinden, was dich glücklich macht und wie du dein Leben führen möchtest, ist das eine. Das zu verwirklichen und zu leben, ist noch einmal etwas ganz anderes. Mut ist die wahrscheinlich wichtigste Tugend auf dem Weg zum wahren Glück. Auch wenn du weißt, was du willst und warum du es willst, wirst du von deinem Umfeld mit Fragen und Zweifeln überschüttet werden. Viele werden nicht begreifen wollen, warum du deinen sicheren Job kündigen willst. Oder wieso du dich von deinem langjährigen Partner trennen wirst, um auf Weltreise zu gehen. Lass dich davon nicht entmutigen! Oft steckt eine große Portion Neid dahinter, denn diesen Menschen fehlt an Mut, den gleichen Weg zu gehen wie du. Sei auch verständnisvoll dir gegenüber. Du wirst Fehler machen und es wird Rückschläge geben. Doch hab keine Angst davor. Solange du auf deine innere Stimme hörst und deinem Herzen folgst, wird alles gut werden. Vertraue deiner Intuition. Wenn du deiner Berufung folgst, wird sich irgendwann ein Gefühl der Freiheit einstellen. Denn nichts und niemand engt dich mehr ein und du kannst endlich du selbst sein.


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